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Apps erstellen

Neulich kam ich auf die Idee, es wäre doch irgendwie cool, eine eigene App für mein Kleingewerbe zu haben. Da mir aber ein App-Entwickler zu teuer war und nach wie vor ist, durchsuchte ich das Web nach Möglichkeiten zur App-Entwicklung. Ich hoffte ja inständig, dass es vielleicht einfachere Möglichkeiten gibt, als eine App komplett selbst zu programmieren. Selbst programmieren kam auch gar nicht erst in Frage. Bei so viel Rotweinflaschen und Zigaretten, welche ich da benötigt hätte, wäre ich glatt Alkoholiker und Kettenraucher geworden.

Möglichkeit 1: Webseiten mit App-Baukästen

Bei der Suche stieß ich auf Webseiten mit Baukästen für Apps (Eine kleine Übersicht findet man hier). Mal von den meist teuren monatlichen Gebühren abgesehen, keine Webseite bot das separate Laden der fertigen App oder ein Backup der Daten an. Alle Apps werden im Play Store veröffentlicht, aber man bekommt nichts in die Hand. Wie entwickle ich dann eigentlich eine App weiter, wenn der Baukasten-Dienst seine Pforten für immer schließt? Fange ich dann also von vorn an? Ja. Mir fehlt ja die ganze Programmierumgebung. Danke.

Möglichkeit 2: Jasonette

Eine interessante Möglichkeit, einfachere Apps selbst zu programmieren fand ich dann auf der Website von jasonette.com. Eine mit dieser Umgebung programmierte App besteht auf der einen Seite aus einer Art Grundgerüst, welches auf dem Smartphone installiert wird. Auf der anderen Seite liegt eine JSON-Datei auf dem eigenen Server, welche das Aussehen und die Funktionalität der App bestimmt. Wer mit HTML klar kommt oder mal ein wenig programmiert hat, kapiert den Aufbau einer JSON-Datei ganz schnell. Ein sehr interessanter Ansatz, wie ich finde. Man muss nur die JSON-Datei anpassen, wenn man die App aktualisieren möchte.

Letzten Endes probierte ich das Ganze mal aus, installierte mir den HTTP-Server Wamp64, das Android Google Studio, importierte das fertige ladbare Beispielprojekt von Jasonette in das Studio und installierte die empfohlene Umgebung auf dem vorher konfigurierten HTTP-Server (Beschreibung der Konfiguration hier), was mich Stunden gekostet hat, weil bei der Installation des HTTP-Servers ständig Fehlermeldungen kamen und ich alle möglichen Microsoft-Bibliotheken von Visual C++ benötigte. Ich nutze übrigens Windows 10 Pro x64 1803. Am nächsten Tag fing ich dann an, erste JSON-Dateien zu erstellen. Ganz ehrlich, meiner Meinung nach braucht das Ganze noch Zeit, um wirklich nutzbar zu werden. Zumindest für Einsteiger wie mich, die zwar Vorkenntnisse mitbringen, aber noch nie eine App programmiert haben, gestaltet sich das Ganze zu aufwändig, unbequem und unausgegoren. Ich habe dann schnell das Interesse an Jasonette verloren. Wer will, der kann es gern ausprobieren, sollte aber außer entsprechenden Vorkenntnissen auch Englisch gut beherrschen, da die umfangreiche Dokumentation nur in dieser Sprache verfügbar ist.

Möglichkeit 3: App Inventor 2 vom MIT Massachusetts

Volltreffer. Herrlich einfache Bedienung wie beim Homepage-Baukasten, dadurch natürlich in den Möglichkeiten beschränkt. WYSIWYG Editor und Emulator sind vorhanden. Sie haben zwar ihre Darstellungsschwächen, sind aber insgesamt brauchbar. Funktionen, wie das Betätigen von Buttons, werden wie beim Puzzeln im Editor mit Funktionsblöcken (Puzzle-Teilchen) erstellt und zusammengefügt. Dabei passen nur bestimmte Blöcke in die anderen, so dass man eigentlich nicht viel verkehrt machen kann. So kommt man auch mit relativ wenigen Vorkenntnissen schnell zu einem Ergebnis. Mit dabei ist auch die Möglichkeit, für LEGO Mindstorms Programme zu entwickeln, ein damaliger Traum von mir. Ich wollte immer gern so ein Set besitzen. Es war mir einfach zu teuer. Der MIT App Inventor 2 eignet sich hervorragend für interessierte Schüler, welche die Theorie auch mal in die Praxis umsetzen wollen. Leider gibt es in Deutschland ja nach wie vor keinen brauchbaren IT-Unterricht. Aber das ist ein anderes Thema. Die Projektdateien und die fertige App kann man auf dem eigenen Computer speichern.

Meine erste App habe ich übrigens mit genau diesem App Inventor 2 erstellt und werde ihn weiter testen. Mal schauen, was man mit ihm so alles anstellen kann. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings. Der ganze Spaß ist zwar kostenlos zu haben, ein Google Konto zwingend vorausgesetzt. Aber eine App darf nicht größer wie 10 MByte sein. Zumindest kam bei mir diese Fehlermeldung. In der App enthaltene Bilder sollte man also vor dem Hochladen in der Größe optimieren. Sonst ist diese Grenze schnell erreicht.

Update: Es gibt eine Möglichkeit, die Limitierung auf 10 MByte zu umgehen. Näheres hier.


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